Samstag, 19. August 2017, 22.30 Uhr, Arkadenhof der Universität Bonn

Sünden der Liebe (Hrichy Lasky)

Suenden der Liebe_Foto_Foerderverein Filmkultur Bonn e.V.
Suenden der Liebe_Foto_Foerderverein Filmkultur Bonn e.V.

Tschechoslowakei 1929 / Czechoslovakia 1929
Regie / Directed by: Karel Lamac
Drehbuch / Written by: Václav Wasserman
Kamera / Cinematography by: Otto Heller
Darsteller / Cast: Josef Rovenský, Marcella Albani, Gaston Jacquet, Walter Rilla, Ladislav H. Struna, Karel Schleichert, Alois Charvát
Produktion / Produced by: Bratři Deglové / Hom AG
Premiere: 11.10.1929 (Hamburg)
Format: digital
Farbe / Color: schwarzweiß / black and white
Länge / Running time: 73 min
Zwischentitel / Intertitles: tschechisch mit deutscher Übersetzung / Czech with German translation
Musik / Music by: Günter A. Buchwald (piano, viola & violin)

 

Der Ehemann einer bekannten Schauspielerin verfolgt eifersüchtig den jugendlichen Bühnenpartner seiner attraktiven Frau und wird verdächtigt, auf ihn einen Mord­anschlag verübt zu haben. Das sehr stilsicher und effektvoll inszenierte Melodram des tschechischen Regisseurs Karel Lamač wurde vom Nationalen Filmarchiv in Prag restauriert. Die Kritik nannte den Film einen „Volltreffer“ und bezeichnete Hauptdarsteller Josef Rovenský anerkennend als „tschechischen Emil Jannings“.

The husband of a well-known actress, who is jealous of his attractive wife’s youthful stage partner, is accused of his attempted murder. This very stylish and effectively directed melo­drama by Czech director Karel Lamač was restored by the National Film Archive in Prague. Critics called the film a “bull’s-eye” and referred to lead actor Josef Rovenský appreciatively as the “Czech Emil Jannings.”

 

Es gibt Filme, die ganz in der Stille entstehen, eines Tages sind sie da, und siehe, sie haben die ruhige Selbstverständlichkeit des Vortrefflichen. Zu diesen gehört diese SÜNDEN der liebe, zu welcher wir uns nur den unschönen, konventionellen und nicht einmal passenden Titel wegdenken möchten, als einzige Dissonanz. Alles andere ist erste Klasse. Das Thema: der Weg allen Fleisches. Ein glückliches Schauspieler-Ehepaar findet Engagement; der schönen Frau wird von allen Seiten nachgestellt. Die Rolle des Mannes ist die eigentliche Aufgabe des Films. Sie wird von einem Künstler ausgefüllt, auf den wir schon verschiedentlich hinzuweisen Gelegenheit hatten: Josef Rovenský. Der tschechische Jannings, nicht zu viel gesagt, eher zu wenig. Dieser Mann mit seinem sparsamen, sicheren, eindringlichen Spiel gehört zu den ganz Großen; man stelle ihn immer wieder auf große Posten!
Martin Beheim-Schwarzbach, in: Film-Journal, 13.10.1929