Freitag, 18. August 2017, 21.00 Uhr, Arkadenhof der Universität Bonn

Wie man sich in Tokio benimmt (Koshu Saho Tokyo Kembutsu)

Wie man sich in Tokio benimmt_Foto_Foerderverein Filmkultur Bonn e.V.
Wie man sich in Tokio benimmt_Foto_Foerderverein Filmkultur Bonn e.V.

Japan 1926
Regie / Directed by: Kaname Mori
Kamera / Cinematography by: Shigeru Shirai
Darsteller / Cast: Kaoru Hose, Hanako Kitamikado, Namiko Matsuyama, Teiichi Yanagida
Produktion / Produced by: Mombusho
Format: 35mm
Farbe / Color: schwarzweiß / black and white
Länge / Running time: 57 min
Zwischentitel / Intertitles: japanisch mit englischer und deutscher Übersetzung / Japanese with English and German translation
Musik / Music by: Günter A. Buchwald (piano, viola & violin)

 

Zur Verabschiedung des Sohnes besuchen Vater und Tochter zum ersten Mal die Groß­stadt Tokio. Der Film wurde vom japanischen Bildungsministerium produziert, um aufzuzeigen, wie man sich in der Stadt zu verhalten hat. Die vergnüg­liche Rah­men­handlung führt uns in beeindruckenden Bildern das von westlicher ­Kultur beeinflusste Großstadtleben vor, das die Protagonisten staunen lässt. Das ­National Film Center in Tokio hat den Film wunderschön restauriert.

Father and daughter travel from the country to the capital to see their son and brother off and visit the attractions of Tokyo. This film was produced by the Japanese Ministry of Education to display the rebuilt capital, following the ­devastating earthquake of 1923. The enjoyable background story guides us through impressive images of the Western-influenced metropolis. A beautiful restoration by the National Film Center of Tokyo.

 

Von einem Provinzbahnhof aus treten ein Vater und seine erwachsene Tochter eine Reise in die Hauptstadt an – drei Jahre, nachdem das Große Kantō-Erdbeben 1923 weite Teile Tokios zerstört hat. Durch die Augen der Reisenden nehmen die Kinozuschauer inszenierte Alltagsszenen entlang der Strecke und dokumentarische Bilder des Bergs Fuji wahr. Vom ältesten Sohn, der sie am Tokioter Bahnhof erwartet, werden die Gäste vom Lande im offenen Automobil zu öffentlichen Plätzen, Geschäftshäusern und Sakralbauten chauffiert. Nach einem Mahl im Verwandtenkreis geht es mit der Tram quer durch die Stadt, von alten Wohnquartieren zu den großzügigen Neuanlagen. Bei diesem Sightseeing lässt der volkspädagogische Film keine Gelegenheit aus, den Neuankömmlingen in der modernen, wachsenden Metropole in lustigen Episoden falsches und richtiges Verhalten zu demonstrieren – in der Straßenbahn, in der Universitätsbibliothek, bei Vorlesungen und im Restaurant.
Jörg Schöning