Dienstag, 15. August 2017, 21.00 Uhr, Arkadenhof der Universität Bonn

Pfirsichhaut (Peau de Pêche)

Pfirsichhaut 2_Foto_Foerderverein Filmkultur Bonn e.V.
Pfirsichhaut 2_Foto_Foerderverein Filmkultur Bonn e.V.

Frankreich 1929 / France 1929
Regie / Directed by: Jean Benoît-Levy, Marie Epstein
Drehbuch / Written by: Jean Benoît-Lévy, nach dem Roman von / based on the novel by Gabriel Maurière
Kamera / Cinematography by: Georges Clerc
Darsteller / Cast: Jimmy Gaillard, Maurice Touzé, Denise Lorys, Simone Mareuil, Pierre Lecomte, Marcel Carpentier
Produktion / Produced by: Gaumont-Franco Film-Aubert
Premiere: 8.3.1929 (Paris)
Format: 35mm
Farbe / Color: schwarzweiß / black and white
Länge / Running time: 89 min
Zwischentitel / Intertitles: französisch mit deutscher Übersetzung / French with German translation
Musik / Music by: Richard Siedhoff (piano)

 

Ein Junge wächst als Straßenkind im Montmartre auf. Eine reiche Dame möchte ihm helfen und schickt ihn aufs Land, wo er auf einem Bauernhof aufwächst. PFIRSICHHAUT ist ein wenig bekannter französischer Film, der das Leben in Paris sehr rea­listisch ohne die üblichen Klischee-Bilder einfängt und dann zu einer poetischen ­Darstellung des Landlebens findet. Marie Epstein, die Schwester von Jean Epstein, ist als Drehbuchautorin und Regisseurin noch wiederzuentdecken.

A wealthy lady, wishing to help a Montmartre street urchin, sends him to the countryside, where he grows up on a farm. PEACH SKIN is a little-known French film that captures life in Paris realistically, minus the typical clichés, before making its way toward a poetic portrayal of country life. The films of screenwriter-director Marie Epstein, sister of Jean ­Epstein, deserve to be rediscovered.

 

Ein kleiner ehrlicher Junge, liebenswert zwar, aber mit einer gehörigen Dosis Schlitzohrigkeit, kein reiner Engel, sondern ein freundliches Kind. Man behandelt ihn schlecht und er sehnt sich nach einem besseren Leben. Die Begegnung mit der „Prinzessin“ ist das erste Anzeichen, dass dieser Traum realisierbar sein kann. Der erste Teil wechselt von Lachen zu Weinen, von Glück zu Unglück und die Geschichte erscheint in vieler Hinsicht verheißungsvoll. Drama oder Komödie? Der Film wechselt brillant zwischen beiden Registern. Gelächter stellt sich regelmäßig ein, wie bei dieser stummen aber wirkungsvollen Maurice-Chevalier-Imita­tion inklusive Strohhut und mehrdeutiger Gestik. Der kleine Jimmy Gaillard hat ein entwaffnendes Lächeln und ist ein amüsanter Darsteller, der auch die dramatischsten Momente bewältigt. Die Inszenierung ist von großer Schönheit, viel Sorgfalt wurde auf die Bilder verwandt.
Pascal Le Duff, www.critique-film.fr

Little Jimmy Gaillard is the main actor in three consecutive films by Jean Benoît-Lévy and Marie Epstein: Peau de pêche, Jimmy bruiteur and Le Cœur de Paris. Saying he was their first star would not be an exaggeration. That typical kid of Lyon discovered on the stage of the Célestins Theater gives an inspired performance as the classic poulbot, the street kid of Montmartre, as if he were born and raised there. He is Peau de pêche, with his cheeks that blush when emotional, and at the beginning of the 1930s Jimmy was a popular child actor, ‘one of the best’. Peau de pêche marks the beginning of Epstein-Lévy’s interest in young people, but it is also a genuine ode to the French countryside, open air and the earth. In the words of film historian Valérie Vignaux: “The filmmaker transforms the arguments against the desertification of the countryside into a patriotic agrarian song”.
Émilie Cauquy, Il Cinema Ritrovato, Bologna 2016