Osterferienworkshop 10+CineKids – So war es

17 Kinder nahmen am Ferienworkshop im Kino in der Brotfabrik teil. Sie nutzten die Gelegenheit, hinter die Kulissen eines Kinos zu schauen und Leute zu treffen, die Filme machen. Am ersten Tag erkundeten die jungen Cineasten das Kino: Filmarchiv, Plakatarchiv, Vorführraum. Überall wo Film zum Tragen kommt, durften sie schauen und Fragen stellen. Das Prinzip Kamera erarbeiteten sich die 17 auch selbst, indem sie aus Papprolle, Alufolie und Transparentpapier eine Kamera Obscura bauten. Ein echtes Highlight war der Besuch von Kai von Westerman. Den Kindern sind seine Film bestens bekannt, denn er arbeitet seit vielen Jahren als Kameramann für „Die Sendung mit der Maus“. Er brachte Fotos mit, erzählte von besonders aufwändigen und aufregenden Drehs und brachte seine Zuhörer sehr zum Staunen, als er erzählte, dass eine professionelle Filmkamera ungefähr so teuer ist wie ein neuer VW-Bus. Die Kinder hatten die Gelegenheit, Fragen zu stellen, was sie auch eifrig taten. Dann stand noch eine schwierige Entscheidung an: Aus fünf Filmen, deren Trailer gezeigt wurden, sollte der Film ausgewählt werden, der am Abschlusstag geschaut werden sollte. Die Wahl fiel mit knappem Vorsprung auf den norwegischen Sommerkrimi: SOS – Ein spannender Sommer. Zu Beginn des zweiten Tages gab es viele Informationen zum Thema Bild- und Tongestaltung. Dem Einsatz von Musik widmete sich die anschließende Stunde. Es wurden Filmausschnitte mit der Originalmusik sowie einer anderen Musik, die eine ganz andere Stimmung vermittelt, angeschaut und die Kinder äußerten ihre Vermutungen, welche Musik die Originalversion ist. Auf diese Weise wurde sehr anschaulich deutlich, wie stark die Musikwahl die Erwartungen des Zuschauers beeinflusst. Nachdem die Kinder nun schon eine Menge zu Bild, Ton und Filmtechnik gelernt hatten, sollte der erste Spielfilm ihnen die Frühzeit des Kinos näher bringen.

HUGO CABRET ist nicht nur ein äußerst detailverliebter Film, was die Gestaltung angeht, sondern ihm gelingt es auch, spielerisch die Anfänge des Kinos zu illustrieren: die erste Kamera, die Jahrmarktkinos, Georges Méliès als einer der ersten Filmemacher, Kino als Ort, wo die Träume der Menschen zu Bildern werden konnten.

Am dritten Tag wurde noch einmal Bezug auf das zuletzt Gesehene genommen. Um den Kindern die Wirkung eines Stummfilms zu demonstrieren, zeigten wir eine Kopie von LIBERTY mit dem Komikerduo Stan und Olli. Die Wolkenkratzerszene wurde mit passender Musik unterlegt. Das Ergebnis war deutlich: Die Kinder fieberten trotz der langsameren Kamerabewegung als heute üblich mit.  Anschließend kam der zweite Gast des Workshops zum Zuge. Dokumentarfilmerin Anke Limprecht hatte zwei Filme mitgebracht, anhand derer sie von den Vorbereitungen, die notwendig sind, und den Herausforderungen, die Drehorte mit sich bringen können, erzählte, die Technik von Untertiteln und Voice-over, um das Gesagte immer verständlich zu machen, und vieles mehr erklärte. Ihre Filme widmeten sich zum einen dem Kulturstollen im Schwarzwald, wo eingelagert ist, was als „bewahrens-wert“ eingeschätzt wird. Dieser geheime Ort liegt gut versteckt und die Kinder hatten große Freude daran, darüber zu spekulieren, was dort wohl so alles lagert. Der zweite Film war in Ägypten entstanden und dokumentiert die Bibliotheka Alexandrina. In der Machart deutlich anders als der erste Film, wurde den Kindern innerhalb kurzer Zeit nahegebracht, wie facettenreich auch Dokumentarfilme sein können.

Als letzter Programmpunkt stand der Wunschfilm der Gruppe an. Die Erwartungen wurden nicht enttäuscht. Die Kinder hatten große Freude an dem spannenden Film, der in wunderschöner Landschaft gedreht wurde und neben authentischen und sympathischen Kindercharakteren auch einen tierischen Helden aufweisen konnte.