Homunculus

Homunculus, Bildquelle: Filmmuseum München
Homunculus, Bildquelle: Filmmuseum München

Eintritt 7 € / 5 €
Deutschland / Germany 1916
Regie / Directed by: Otto Rippert
Drehbuch / Written by: Robert Reinert
Kamera / Cinematography by: Carl Hoffmann
Darsteller / Cast: Olaf Fønss, Ernst Ludwig, Albert Paul, Lore Rückert, Max Ruhbeck, Lia Borré, Maria Immhofen, Robert Reinert jr.
Produktion / Produced by: Deutsche Bioscop
Premiere: 18.8.1916 (Berlin)
Format: Digital
Farbe / Color: schwarzweiß / black and white
Länge / Running time: 200 min
Zwischentitel / Intertitles: deutsch / German
Musik / Music by: Richard Siedhoff (piano)

Die sechsteilige Serie HOMUNCULUS, in der ein künstlich geschaffener Mensch vergeblich Liebe sucht und dann voller Hass Zerstörung über die Welt bringt, gehört zu den großen Werken des deutschen Stummfilms, die als verloren gelten. In jahrelanger Arbeit hat das Filmmuseum München unter der Leitung von Stefan Drößler Filmfragmente, Dokumente und Fotos gesammelt und kann erstmals eine Rekonstruktion des Werks präsentieren, in dem Frankensteinmythos, Kriegsrealität und Vorformen des deutschen Filmexpressionismus zusammenfließen.

The six-part serial HOMUNCULUS, in which an unloved artificially created man brings destruction to the world, has been considered a lost classic. After years of collecting fragments, documents and stills, the Munich Filmmuseum presents a first reconstruction of this work, which blends elements of the Frankenstein legend, the reality of war and early flowerings of German film Expresssionism.

Dieses Werk steht am Tore einer neuen Zeit der Lichtspielkunst; ja, es ist vielleicht erst nur eine Brücke zur künstlerischen Vertiefung des Films, aber voll eines starken bestimmten Willens, und wo dieser Wille anklopft, öffnet sich gewiss ein Weg. Die kritischen Maßstäbe, die bisher an kinematographische Erzeugnisse gelegt wurden, Maßstäbe, die nach der technischen Elle gingen, zerbrechen; ernsthafte Erwägungen der Theaterkritik setzen selbsttätig ein. Die Homunculus-Tragödie ist dem Lichtspiel dienstbar gemacht, die Psychologie hat nach hundert fehlgeschlagenen Anläufen die Leinwand erobert. Unzulänglichkeiten der Schauspielbühne werden Ereignis, Wagnisse Selbstverständlichkeiten; das Bild bezwingt das Wort, Gedanklichkeit hat eine neue Formulierung in der Auswertung von Situationen, Episch-Lyrisches hat dramatischen Akzent gefunden.
B.Z. am Mittag, August 1916

The human-hating scope of the artificial person was expanded with the six-part film series HOMUNCULUS (1916) by Otto Rippert. A scientist employs technology to devise a humanoid homunculus – a perfect creature, one with exceptional mental abilities. But the Homunculus gets angry when it learns of its unnatural origins. Rejected as a monster wherever it goes, it grows to despise humans. The Homunculus becomes the dictator of a large, unnamed nation, then disguises itself as a worker and sets off rebellions that become a pretext for further tyrannical oppression. “In elaborating his [the Homunculus’s] further career, the film foreshadows Hitler surprisingly,“ says Kracauer. The fusion of technology and fascism is a theme that will pervade later science fiction. Upon causing a world war, the human-hating Homunculus conveniently gets destroyed by a bolt of lightning presumably unleashed by God.
Daniel Dinello: Technophobia! Austin 2005