25. August 2018, 21.00 Uhr, Arkadenhof der Universität Bonn

Die Wallfahrt nach Kevelaer

Die Wallfahrt nach Kevelaer_Foto: Foerderverein Filmkultur Bonn e.V.
Die Wallfahrt nach Kevelaer_Foto: Foerderverein Filmkultur Bonn e.V.

Schweden / Sweden 1921
Regie / Directed by: Ivan Hedqvist
Länge / Running time: 59 min
Musik / Music by: Günter A. Buchwald (piano & violin)
Einführung / Introduction by: Magnus Rosborn (Svenska Filminstitutet)

Deutsche Erstaufführung einer neuen Restaurierung

 

Die Verfilmung

des berühmten Gedichts von Heinrich Heine entstand als schwedische Großproduktion in aufwändigen Studiodekorationen und an Originalschauplätzen im Rheinland. Eine Mutter drängt ihren Sohn, der sich um seine verstorbene Geliebte grämt, an einer Wallfahrt teilzunehmen, damit er der Muttergottes ein Wachsherz ­opfere und ein Wunder geschehe. Der seinerzeit in Deutschland nicht gezeigte Film wurde erst kürzlich vom Schwedischen Filmarchiv restauriert. / This Swedish film adaptation of Heinrich Heine’s famous poem was a major production involving elaborate studio sets and location shooting in the Rhineland. A mother urges her son, in mourning over his dead lover, to take part in a pilgrimage so that he may make a sacrifice to the Holy Mother and trigger a miracle. Never screened in Germany at the time, the film was recently restored by the Swedish Film Institute.

 

Der Film verfügt über ein hohes Maß religiöser Mystik und schwärmerischer Empfindsamkeit in einer Kombination, wie wir sie bisher noch in keinem schwedischen Film kennen gelernt haben und die uns anfangs vielleicht seltsam berührt. Aber das Ganze ist mit gutem Geschmack und künstlerischer Wahrnehmung zusammengeführt, so dass die Sentimentalität, die ein wesentlicher Bestandteil des Filmes ist, niemals das Vergnügen, DIE WALLFAHRT NACH KEVLAAR zu sehen, beeinträchtigt.

Natürlich kann man die Frage stellen, ob sich Heinrich Heines subtiles Gedicht als Vorlage für eine filmische Darstellung überhaupt eignet. Aber seine Adaption ist als ein Experiment zu betrachten, und es ist unzweifelhaft anzuerkennen, dass der Regisseur, Herr R. Hyltén-Cavallius, die Intimität, Schönheit und Hingabe, die sich aus Heines Gedichten ableiten lassen, wiederzugeben vermochte.

Anonyme schwedische Kritik, 1921

The film commands a large degree of religious mysticism and gushy sentimentality in a combination which has not yet been encountered in a Swedish film, and which may prove strangely touching at first. However, the whole affair is managed with such good taste and artistic sense that the sentimentality which forms a key component of the film never hampers our enjoyment of watching THE PILGRIMAGE TO KEVLAAR. Of course, one can ask oneself whether Heinrich Heine’s subtle poem is at all suited to cinematic presentation. Its adaptation, however, is to be viewed as an experiment and it has to be acknowledged without question that director R. Hyltén-Cavallius is capable of reproducing the intimacy, beauty and devotion that can be derived from Heine’s poetry.

Anonymous Swedish review, 1921