Samstag, 12. August 2017, 22.30 Uhr, Arkadenhof der Universität Bonn

Die Nacht vor dem Verrat ( The Informer)

Die Nacht vor dem Verrat_Foto_Foerderverein Filmkultur Bonn e.V.
Die Nacht vor dem Verrat_Foto_Foerderverein Filmkultur Bonn e.V.

Großbritannien 1929 / Great Britain 1929
Regie / Directed by: Arthur Robison
Drehbuch / Written by: Benn Levy, Rolf E. Vanloo, nach dem Roman von / based on the novel by Liam O’Flaherty
Kamera / Cinematography by: Werner Brandes, Theodor Sparkuhl
Darsteller / Cast: Lars Hanson, Lya de Putti, Warwick Ward, Carl Harbord, Dennis Wyndham, Janice Adair
Produktion / Produced by: British International Pictures
Premiere: 17.10.1929 (London)
Format: digital
Farbe / Color: schwarzweiß / black and white
Länge / Running time: 83 min
Zwischentitel / Intertitles: englisch / English
Musik / Music by: Neil Brand (piano)

 

Nach der Vorlage des Romans „The Informer“ von Liam O’Flaherty verfilmte der deutsche Regisseur Arthur Robison eine Geschichte aus dem irischen Kampf gegen die ­britische Fremdherrschaft, in der ein Verräter aus den Reihen der Freiheitskämpfer verstoßen und durch die nächtlichen Gassen von Dublin gejagt wird. Unter Mitwirkung von im deutschen Stummfilm geschulten Kameramännern und Set-Designern entstand ein faszinierender Thriller, der vom British Film Institute restauriert wurde.

Based on Liam O’Flaherty’s novel “The Informer,” this story about the Irish struggle against British foreign rule was filmed by German director Arthur Robison. A traitor from the ranks of the freedom fighters is cast out and hunted through the alleyways of nocturnal Dublin. Cameramen and set designers schooled in German silent films contributed to this fascinating thriller.

 

Die höchste Film-Leistung, die bisher mit dem Namen Robison verknüpft war. Das ist ein Bildner von innen her. Kein Strohfeuerentzünder. Kein Blender. Ein Qualitäts-Verfechter mit dem unfehlbaren Metronom des Geschmacks; Bildentwickler aus kleinstem Detail. Das könnte ein Pommer-Film sein. Seine Schule. Seine formale Sicherheit. Hohe Europa-Qualitäten. Man freut sich der ernsten Linie, die Robison hält. Keine Ausflucht zur tragischen Operette. Kein zerflatterndes Verspieltsein. Er wahrt seinen Stil, die mimische Bedeutsamkeit der Spieler, vor einen überraschend reich gestaffelten Hintergrund gestellt. Das ist Filmatmosphäre, wirklich mit Hintergründen. Große Meister haben die szenischen Grund­linien geschaffen. Entwürfe und Modelle: Herlth und Röhrig. An der Kamera der Dichter – man muss ihn schon so nennen –, der Dichter: Werner Brandes. Auch diesmal macht seine Arbeit (das britische Filmstudio) Elstree zu einem Weltfilmplatz.
Ernst Jäger, in: Film-Kurier, 24.10.1929