Sonntag, 13. August 2017, 15.00 Uhr, LVR-LandesMuseum Bonn

Auf der Suche nach Paul Wegeners Golem-Filmen

Der Golem_Foto:Foerderverein Filmkultur Bonn e.V.
Der Golem_Foto_Foerderverein Filmkultur Bonn e.V.

Vortrag mit Bildern und Filmfragmenten von Stefan Drößler

Der Golem
Deutschland / Germany 1915
Regie / Directed by: Henrik Galeen
Drehbuch / Written by: Henrik Galeen, Paul Wegener
Darsteller / Cast: Paul Wegener, Lyda Salmonova, Henrik Galeen, Rudolf Blümner
Zwischentitel / Intertitles: deutsch / German
Musik / Music by: Richard Siedhoff (piano)

Der Golem, wie er in die welt kam
Deutschland / Germany 1920
Regie / Directed by: Paul Wegener
Drehbuch / Written by: Paul Wegener, Henrik Galeen
Darsteller / Cast: Paul Wegener, Lyda Salmonova, Albert Steinrück, Ernst Deutsch
Zwischentitel / Intertitles: deutsch / German
Musik / Music by: Richard Siedhoff (piano)

 

Drei Filme mit der mystischen Figur des Golems hat Paul Wegener zwischen 1915 und 1920 gedreht. Heute bekannt ist nur der letzte der drei Filme, DER GOLEM, WIE ER IN DIE WELT KAM, den das Filmmuseum München in den 1990er Jahren restauriert hat. Stefan Drößler berichtet darüber, welche Materialien sich von den drei Projekten erhalten haben und in jüngster Zeit neu gefunden wurden, sowie über die langwierige Arbeit der Rekonstruktion der Filme, von denen Ausschnitte zu sehen sind.

Paul Wegener made three films featuring the mystical figure of the golem between 1915 and 1921. Only the last of the three films is still known today, having been restored by the Munich Film Museum in the 1990s. Stefan Drössler reports on the surviving material from the three projects that has been recently rediscovered. He will also discuss the painstaking work of film reconstruction, illustrating his talk with clips.

 

Der eigentliche Dichter des Films muss die Kamera sein. Die Möglichkeiten, Großes klein und Kleines groß, übereinander und ineinander zu fotografieren, die Möglichkeit eines ständigen Wechselns des Standpunkts des Beschauers, die zahl­losen Tricks durch Bildteilung, Spiegelung und so fort müssen grundlegend werden für die Wahl des Inhalts. Bei dem heutigen Hochstand der Technik, den Riesenateliers, den umfang­reichen Dekorationsbetrieben, den künstlichen Lichtapparaten, ist es bei einigem Geschmack und Erfahrung nicht allzu schwer, wirklich schöne Bilder zu schaffen, deren Zusammenhang einen anregenden, möglichst einfachen Inhalt vermitteln kann. In erster Linie ist der Film eine visuelle Angelegenheit. Der Filmdichter muss vom Bild ausgehen, in Bildern denken. So war es im GOLEM die seltsame Steingestalt, die stumm und mystisch ihr rein bildhaftes Dasein entfalten konnte.
Paul Wegener: Von den künstlerischen Möglichkeiten des Wandelbildes, 1917

 

Tageskarte 7 €, ermäßigt 5 €